Protest Brief der Zentralrat 

Zentralrat der afghanischer Hindus und Sikhs in Deutschland e.V schreibt seine Protest Brief gegen Abschiebungen nach Afghanistan an Deutsche Politikern und Hilfsorganisationen.

 

 

Religiöse Minderheiten 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Zentralrat der afghanischen Hindus und Sikhs ist im Hinblick auf die nunmehr durchgeführten Abschiebungen von afghanischen Staatsbürgern besorgt und bittet darauf zu achten, dass keine Angehörigen der religiösen Minderheiten der Hindus und Sikhs nach Afghanistan abgeschoben werden.

In unserer Pressemitteilung vom 11.10.20161 hatten wir bereits darauf hingewiesen, dass der Schutz von religiösen Minderheiten in Afghanistan, insbesondere der afghanischen Hindus und Sikhs offenbar in Vergessenheit geraten ist. Auch Pro Asyl weist in einem ausführlichen Bericht vom 31.07.2016 zur Sicherheits- und Menschenrechtslage2 darauf hin, dass Afghanistan kein sicheres Land für Flüchtlinge ist, viele Rückkehrer letztendlich nicht mehr an ihren Herkunftsort zurückkehren können und zu Binnenvertriebenen werden und Amnesty International von einer Zahl von 1,2 Millionen Binnenflüchtlinge ausgehen würde. Human Right Watch berichtet in einem Artikel vom 20.09.20163, dass nach Angaben der afghanischen Regierung mehr als 200 der 384 Distrikte nicht mehr sicher sind und bis zu 1,2 Million Binnenvertriebe die Existenzgrundlage verlieren.

 

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United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) weist in seinem Bericht vom 19.04.2016 darauf hin,4 dass die Fähigkeit der Regierung, die Menschenrechte zu schützen in vielen Distrikten durch Unsicherheit und zahlreiche Angriffe durch regierungsfeindliche Kräfte untergraben wird, ländliche und instabile Gebiete unter einem allgemeinen schwachen förmlichen Justizsystem leiden würden, welches unfähig ist, Zivil- und Strafverfahren effektiv und zuverlässig zu entscheiden und von der Regierung ernannte Richter und Staatsanwälte nach Berichten oftmals aufgrund der Unsicherheit nicht in der Lage seien, in den Gebieten zu bleiben. Beobachter würden von einem hohen Maße an Korruption, von Herausforderungen für effektive Regierungsgewalt und einem Klima der Straflosigkeit als Faktoren berichten, die für die Rechtstaatlichkeit schlecht sei und die Fähigkeit des Staates untergrabe, Schutz vor Menschenrechtsverletzungen zu bieten. In Fällen von Menschenrechtsverletzungen würden die Täter selten zur Rechenschaft gezogen werden und für die Verbesserung der Übergangsjustiz bestehe wenig oder gar keine politische Unterstützung. Einige staatliche Akteure, die mit dem Schutz der Menschenrechte beauftragt seien, einschließlich der afghanischen nationalen Polizei und der afghanischen lokalen Polizei würden Berichten zufolge in einigen Teilen des Landes selbst Menschenrechtsverletzungen begehen, ohne hierfür zur Verantwortung gezogen zu werden.

UNHCR weist in diesem Bericht auch darauf hin, dass die Verfassung zwar garantiert, dass Angehörige von anderen Religion als dem Islam „innerhalb der durch die Gesetze vorgegeben Grenzen frei sind in der Ausübung und Erfüllung ihrer religiösen Rechte“, allerdings in der Verfassung auch festgestellt ist, dass der Islam die offizielle Religion des Staates ist und kein Gesetz gegen die Lehren und Bestimmungen der heiligen Religion des Islam in Afghanistan verstoßen dürfe. UNHCR weist darauf hin, dass nichtmuslimische religiöse Minderheiten, insbesondere Christen, Juden, Hindus und Sikhs weiterhin im geltenden Recht diskriminiert werden und Berichten zufolge weiterhin gesellschaftliche Schikanen und in manchen Fällen Gewalt erfahren würden5 (UNHCR Seite 56 ff).

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Im Bericht ist ausgeführt, dass zahlreiche Hindus und Sikhs Afghanistan aufgrund der schwerwiegenden Probleme, denen sie ausgesetzt waren, verlassen haben und die geringe Anzahl der in Afghanistan verblieben Hindus und Sikhs umso gefährdeter ist, Misshandlungen ausgesetzt zu sein, insbesondere durch die Polizei und extremistische Kräfte der muslimischen Gemeinschaft. Die Gemeinschaften der Hindus und Sikhs sind nach dem Bericht von UNHCR, obwohl ihnen die öffentliche Ausübung ihrer Religion erlaubt ist, weiterhin Diskriminierungen durch den Staat ausgesetzt, auch beim Streben nach öffentlicher Teilhabe bei der Suche nach einer Anstellung im öffentlichen Dienst. Hindus und Sikhs sind Berichten zufolge weiterhin gesellschaftlicher Diskriminierungen und Einschüchterungen ausgesetzt, beide Religionsgemeinschaften berichten von Schwierigkeiten durch Schikanen und Diskriminierungen bei Beerdigungen gem. ihrer Bräuche.

Die TAZ berichtete bereits in einem Artikel vom 12.06.2015 darüber, dass einst 100.000 Hindus und Sikhs  in Afghanistan lebten und damals nur noch etwa 2.500 aufgrund der sozialen und religiösen Diskriminierung, der extrem eingeschränkten Teilhabe an Politik und Geschäftsleben, sowie unrechtmäßiger Enteignungen in Afghanistan lebten. Berichtet wird von einer wachenden Intoleranz der muslimischen Mehrheit gegenüber der religiösen Minderheit der Hindus und Sikhs deren Trauerzüge mit Steinen beworfen werden, ausgebuht werden u.a. Nach einem aktuellen Bericht der Tolo – News6 wurde der Leiter der Sikhs Community in Kunduz von einem unbekannten Attentäter erschossen.

Wir als Zentralrat der afghanischen Hindus und Sikhs bitten die Lage der religiösen Minderheit der Hindus und Sikhs in Afghanistan zu berücksichtigen und von Abschiebungen nach Afghanistan abzusehen.

Wir bitten weiterhin um einen persönlichen Termin mit einem Ihrer Vertreter, um über die Situation der afghanischen Hindus und Sikhs, sowie die beabsichtigten Abschiebungen nach Afghanistan zu sprechen und um in Meinungsaustausch bzw. Dialog eintreten zu können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Hindus und Sikhs aus Afghanistan, die Religiöse Minderheitsgruppe suchen Schutz:

Wir, Hindus und Sikhs aus Afghanistan sind eine religiöse Minderheitsgruppe mit hinduistischem Glauben, wurden in Afghanistan seid Jahrhunderten aufgrund unseres Glaubens und unserer Religionszugehörigkeit systematisch diskriminiert und auch heute noch werden unsere Hinterbliebenen massiv diskriminiert, gefoltert und sogar umgebracht.

 

In 70er,80er Jahren in Afghanistan haben über 220.000 Hindu und Sikhs gelebt.

( Davon leben heute ca. 50% in Asiatische Länder, 20% in England und Rest in Westliche Länder)

In den 80er - 90er Jahren mussten viele unserer Minderheiten wegen Diskriminierungen und politischer Verfolgungen das Land verlassen und in den westlichen Ländern nach Schutz suchen. Heute leben grob 4000 Familien (über 11.000 Personen)  in Deutschland.

In Belgien, Holland, Dänemark, Schweden und England leben über 3000 Hindus und Sikhs aus Afghanistan. Außerdem in USA, Kanada und Indien leben auch sehr viele aus unsere Minderheitsgruppe.

 

wo wir es geschafft haben uns überall mit den Menschen anzupassen und zu integrieren, wir haben unter uns, Hoch gebildet und qualifizierte Menschen, Ärzte, Ingenioren, Bankkaufleute, Schullehrer USW.

Unser Glaube lehrt uns den Frieden und Respekt gegenüber unserer Mitmenschen und Bürger.

 

Trotz der Wahrheit, jeden Tag Zeuge von Anschlägen, Explosionen und Bürgerkriegen in Afghanistan zu sein, das Auswärtige Amt Afg als unsicher Anstuft und viele NGOs (darunter Pro-Asyl, UNCHR und UNO) in ihren aktuellsten Berichten die Sicherheitslage des Landes als "sehr schlecht" beschreiben, behauptet unserer lieber Bundesminister, dass Afghanistan nun ein sicheres Land wäre. Er unterzeichnete mit der afghanischen Regierung ein Abkommen für die Rückführung derjenigen Afghanen, deren Asylantrag abgelehnt worden ist.

Dabei hat er jedoch uns, und somit die religiöse Minderheit, glatt "vergessen".

Was wird noch aus unserem Heimatland, wo Menschen wegen dem Glauben und der Zugehörigkeit diskriminiert, gefoltert und gar getötet werden?

An einem Ort, wo allein das Rausgehen und das Aufhalten an öffentlichen Orten mit Angst und Unsicherheit verbunden und von islamisch geprägten Extremisten in Gefahr ist, können keiner Kinder die öffentlichen Bildungsstätte mehr besuchen, weshalb keine Chance einer guten Zukunft mehr besteht.

Eine Abschiebung von Hindus und Sikhs nach Afghanistan, garantiert mit Sicherheit der Beendigung eines würdevollen Lebens und ist damit unmenschlich und Ignorant.

 

Deswegen fordern wir an unserer Bundesregierung einen sofortigen Abschiebestopp aller Hindus und Sikhs nach Afghanistan!

 

Da wir kein Direkte Verbindung zu Bundesregierung Deutschland haben, möchten dass die Hilfsorganisationen unsere Stimme und Schrei an BRD weiterleitet und uns dabei Unterstützt.

 

Hier finden Sie uns

Kultureller Verein afghanische Hindus in Essen e.V 
Burggrafenstr. 10
45139 Essen

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

(+49) 0201 2487220

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

 

 

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